Vorstellung des Buches:“Schloss Bauschlott
500 Jahre Geschichte“von Franz Littmann
Verlag Buchwerk, 2025
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Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Bauschlott
am Freitag,17.4.2026 stellte das Verwaltungsmitglied Dieter Bürkle
das o.g. neu erschienene Buch den zahlreich erschienenen Vereinsmit-
gliedern vor.
Bevor er seine Ausführungen begann betonte er seine Begeisterung über
das kenntnisreiche und gut lesbare Buch. Gleichzeitig bedankte er sich bei
der Herausgeberin Angelika von Eckartsberg und dem Bildredakteur
Ewald Freiburger, dessen Bilder im Verlauf der Vorstellung zu sehen waren.
Dieter Bürkle gliederte seine „Geschichten aus der Geschichte“ in vier
„Zeitfenster“:
1. „Hurra, wir bekommen ein Schloss!“
So der Ausruf eines Bauernmädchens aus Bauschlott –
vor etwa 500 Jahren. Ihr Vater, der noch den erst kurz zurückliegenden
Bauernaufstand vor Augen hatte, konnte die Fantasiewelt seiner Kleinen
nicht wirklich nachvollziehen. Er hatte auch bereits den Ritter Egloff von Wallstein (BILD 1)
kennengelernt, wo die Bauern schon mehrmals Treue und Gehorsam
schwören mussten.
Dieser Ritter ließ dann in den Jahren 1532-1540 ein Wasserschloss
bauen (BILD 2) – tatsächlich mit viel Fronarbeit der Bauern…
Ein klassisches Statussymbol der damaligen Zeit
2. „Jetzt wird unser Schloss wieder aufblühen!“
so die hoffnungsvollen Ausrufe vieler Bauschlotter.
Das Schloss war über die Zeiten und wechselnden Besitzer in die Jahre
gekommen und dringend renovierungsbedürftig.
Im Jahre 1726 kaufte Markgraf Carl Wilhelm das Schloss. Er war ein typischer Vertreter der Barockzeit: ein Freund der schönen Künste – und Frauen. Er war ein
großer Naturliebhaber und ließ neben seiner Gründungsstadt Karlsruhe
auch den Bauschlotter Schlossgarten erblühen, zum Teil mit exotischen Pflanzen –
sogar von Afrika (BILD 3)
Sein Enkel Karl Friedrich (BILD 4) führte weitere Umbauten und Veränderungen durch:
Im 1764 gebauten Cavaliersbau (BILD 5) befindet sich heute das einladende „Cafe 1764“
Später wurde der mitlerweile stinkende Wassergraben stillgelegt, ein Wald
angelegt und immer wieder der Garten verschönert, z.B durch Hofgärtner
Zeyher.
Die entscheidenden baulichen Veränderungen fanden dann 1801-1809 statt
als der berühmte Baumeister Friedrich Weinbrenner das alte viertürmige
Schloss und weitere Bauten abreißen ließ und somit dem Gebäudekomplex den
heutigen Anblick gab. Bauschlotter wie Besucher von Nah und Fern bewundern dieses Ensemble immer wieder (BILD 6)
3. „Jung – aber nicht dumm!“
„… könnte eine Überschrift aus der Regenbogenpresse sein!“,
so der Referent schmunzelnd
Es ging in den folgenden Ausführungen tatsächlich um „energiegeladene“ Frauen und ihre Nachkommen:
Zuerst : Luise Karoline von Hochberg (BILD 7).
Karl Friedrich heiratet nach dem Tode seiner Frau die 40 Jahre jüngere
Hofdame – eine „Ehe zur Linken“ Diese Ehe war zwar glücklich und doch gab es viel am Hofe,
die Luise Karoline das Leben nicht leicht machten. Dies war vermutlich der Grund warum diese
ihren Gatten dringend um Absicherung nach seinem Tode bat. Und – er schenkte ihr „Schloss
Bauschlott“. Dort bezog sie dann auch 1811 ihren Witwensitz, zusammen
mit ihren vier Kindern (BILD 8). So kamen vermutlich die Bauschlotter
mit dem Adel in Berührung…
Im Jahre 1830 wurde dann doch ein Mann der Seitenlinie Großherzog von Baden
Leopold, Sohn der von Hochberg! (BILD 9). Er weihte 1848 die Bauschlotter Kirche ein ; sein Sohn Prinz Karl heiratete Rosalie von Beust – Gräfin Rhena. (BILD 10)
Diese Frau tat viel Gutes für Bauschlott mit ihrem großen sozialen Engagement: Frauenverein,
Gründung und Finanzierung eines Kindergartens.
4. „Das Bauschlotter Schloss erwacht aus dem Dornröschenschlaf“
„… nicht Ritter, nicht Adlige erobern nach dem 2. Weltkieg das Schloss,
nein, es war Prof. Sandkühler, der im Jahre 1961 das angeschlagene Schloss
erwarb. (BILD 10). Mit viel Engagement und finanziellem Einsatz
renovierte und gestaltete er zusammen mit seiner Frau und den Kindern
Schloss, Garten und Wohnungen.
Und seit einiger Zeit öffnet sich das Schloss den Bürgern in vielfältiger Weise…
Liebe Frau Angelika von Eckartsberg!
Herzlich Dank für die Öffnung ihres Schlosses für den Kindergarten bei
der Ostereiersuche und dem Erlebnis beim St. Martinstag mit dem Heimatverein, für die Öffnung der Krypta für Gottesdienste und viele weiter Veranstaltungen…
Der Ruf des Mädchens vom Anfang heißt jetzt leicht verändert:
„Hurra! Wir h a b e n ein Schloss!“
Neulingen, 20.4.2026
Dieter Bürkle
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